GISMO

GISMO bei der Transport Research Arena

Auf Einladung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie ist das GISMO Projektkonsortium aktuell bei der alle zwei Jahre stattfindeten Transport Research Arena (TRA) Konferenz in Wien vertreten.

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In der erstmals eingerichteten Interactive Zone können BesucherInnen Forschungsprojekte an interaktiven Stationen kennen lernen. Highlight der GISMO Präsenz ist die erstmalige Vorführung des Demonstrators für die Informationsplattform. Konzipiert für den Anwendungskontext in einem betrieblichen Mobilitätsmanagement, bietet die Informationsplattform die Optimierung gesunder Pendelrouten für MitarbeiterInnen genauso wie die zu erwartenden, gesundheitlichen Effekte aggregiert für das gesamte Unternehmen an.

Ansichten und Elemente der Informationsplattform

Neben dem von TraffiCon umgesetzten Demonstrator fand vor allem auch die Interdisziplinarität des Forschungsansatzes großen Anklang. GISMO, so scheint es, gelingt es erfolgreich die Brücke zwischen betrieblichem Mobilitätsmanagement und der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zu schlagen.

Bis zum Projektende im Herbst gilt es noch wichtige Meilensteine im Projekt zu erreichen. Neben der Evaluierung der Informationsplattform werden die Daten aus der klinischen Interventionsstudie ausgewertet. Dafür sind zum einen die Feststellung der „Mobilitätsdosis“ und zum anderen die Auswertung der erhobenen Gesundheitsparameter notwendig. Das bedeutet, es ist noch genügend Stoff für weitere Auftritte wie hier bei der TRA vorhanden.
Sollten Sie Interesse an unserer Arbeit bzw den Projektergebnissen haben, zögern Sie nicht, sich bei Link text zu melden. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

 

Gesünder durch Alternativen zum Auto

Der Verein Grüngürtel statt Westspange engagiert sich in Steyr (OÖ) für eine nachhaltige, kommunale Verkehrspolitik. Der Verein organisiert unter anderem regelmäßig Vortragsveranstaltungen, um BürgerInnen und EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Wirtschaft Zugang zu aktuellen Forschungsaktivitäten und -ergebnisse zugänglich zu machen.
Dr. Martin Loidl, Projektleiter von GISMO war am 6. März 2018 eingeladen um über die Ansätze, die im Rahmen von GISMO verfolgt werden, zu berichten. Unter dem Vortragstitel „Gesünder durch Alternativen zum Auto“ wurde der Zusammenhang zwischen Gesundheit, Pendelmobilität und räumlichen Gegebenheiten aus Sicht eine Geographen beleuchtet, bevor näher auf das Projekt GISMO eingegangen wurde:

 

Zur Veranstaltung im Reithoffer Saal, einem denkmalgeschützten ehemaligen Industriebau, kamen zwischen 40 und 50 interessierte Gäste. In der anschließenden Diskussion wurde der Bedarf nach konsolidierten Informationswerkzeugen mehrmals artikuliert. Vorteile einer Informationsplattform wie sie im Rahmen von GISMO entwickelt wird, wurden vor allem im Zusammenhang mit der Raum- und Verkehrsplanung sowie der Beratung großer Betrieben ausgemacht.

Der Vortrag wurde aufgezeichnet und kann auf Youtube nachgesehen werden.

 

Forschungsforum Mobilität

Am 30.11.2017 fand das jährliche Forschungsforum Mobilität des BMVIT statt. Die heurige Veranstaltung stand unter dem Motto „Mobilität und Gesundheit“ und bot eine ideale Gelegenheit für einen GISMO-Werkbankbericht.

Martin Loidl (Z_GIS) präsentierte gegen Ende der Veranstaltung die übergeordnete Idee des Projekts und erste Ergebnisse aus den vielfältigen Aktivitäten während des ersten Jahres. In seinem Vortrag konnte er an zahlreiche VorrednerInnen anknüpfen und hob unter anderem die große Bedeutung einer interdisziplinären Annäherung an die Förderung aktiver Mobilität hervor. Wie sich im Projekt GISMO bisher zeigte, ist diese auch im Kontext des betrieblichen Mobilitätsmanagements von großem Vorteil.

 

Insgesamt waren sich die ReferentInnen der Veranstaltung einig, dass in den verschiedenen Fachdomänen an und für sich genügend Evidenzen vorhanden sind, um Interventionen zur Förderung aktiver Mobilität gezielt implementieren zu können. Notwendig ist einerseits die Vernetzung vorhandener Expertisen (mitunter ein Hauptanliegen von GISMO) und andererseits der Transfer aus der Wissenschaft in Richtung Politik und Anwendungen. Darüber, wie dies idealerweise passieren sollte, wurde zum Abschluss der Veranstaltung noch lebhaft diskutiert. Inwiefern hier GISMO weitere Erkenntnis bringt wird sich zeigen, wenn die Projektergebnisse ab dem kommenden Frühjahr unseren Partnern aus der Verwaltung, Institutionen und der Wirtschaft zur Evaluierung vorgelegt werden.

Eine gute Gelegenheit zu einem weiteren GISMO-Update bietet sich bei der TRA Konferenz 2018, die in Wien stattfinden wird. Ebenfalls von Interesse dürfte ein aktuell laufender Call for Papers für eine Special Session „Spatial Perspectives on Healthy Mobility“ im Rahmen des GI-Forums 2018 sein. In jedem Fall freuen wir uns, wenn Sie bei Fragen und weiterführenden Ideen auf uns zukommen; alle Kontaktdetails finden Sie hier auf unserer Webseite.

 

Ohne Auto gesünder zur Arbeit

Nach der erfolgreichen Akquise von 70 Probandinnen und Probanden innerhalb der Salzburger Landeskliniken (SALK) legen ab sofort die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer der Interventionsgruppe (N = 50) ihren Arbeitsweg statt mit dem Auto aktiv zurück; die Kontrollgruppe ändert ihr Mobilitätsverhalten nicht. Mit der Implementation der Studie ist dem Projektkonsortium ein wichtiger Meilenstein gelungen (Pressemeldung). Erfahren Sie hier Details zur Studie und zu den nächsten Schritten.

Was wird in der klinischen Studie untersucht?

Eingangsuntersuchung eines Probanden (Bildrechte: SALK)

In der klinischen Studie, die vom Herzzentrum des Universitätsspitals Zürich maßgeblich mitentwickelt wurde, wird untersucht, wie sich verschiedene Maßnahmen zur Förderung aktiver Mobilität im Rahmen eines betrieblichen Mobilitätsmanagements auf den gesundheitlichen Gesamtzustand der Probanden auswirken. Zu diesem Zweck werden die 70 Probandinnen und Probanden in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe unterteilt. Bei der Kontrollgruppe werden keine gezielten Maßnahmen zur Änderung des Mobilitätsverhaltens gesetzt. Dagegen werden Probandinnen und Probanden der Interventionsgruppe motiviert den Arbeitsweg statt mit dem Auto aktiv zurückzulegen. Als Alternativen zum Auto wird einerseits das Fahrrad und andererseits die Kombination aus öffentlichem Verkehr und zu Fuß gehen gezielt unterstützt.
Alle Probandinnen und Probanden unterziehen sich zu Beginn der Studie und nach Ablauf eines Jahres einer eingehenden, sportmedizinischen Untersuchung am Universitätsinstitut für präventive und rehabilitative Sportmedizin der PMU Salzburg, um gesundheitliche Veränderungen feststellen zu können. Des Weiteren zeichnen die Probandinnen und Probanden während der Studienlaufzeit ihre tägliche Pendelmobilität in so genannten Mobilitätstagebüchern auf. Diese Aufzeichnungen werden mit Hilfe von GPS-fähigen Fitnessuhren stichprobenartig überprüft. Insgesamt liegen am Ende der Studie Daten zur tatsächlich geleisteten Pendelmobilität und zum Gesundheitszustand vor und nach den Maßnahmen vor. Da im Rahmen der Studie personenbezogene Daten erhoben werden, wurde das Studiendesign der zuständigen Ethikkommission der Universität Salzburg zur Prüfung vorgelegt und von dieser bewilligt.

Was passiert mit den Daten?

Die medizinischen Daten unterliegen den strengen Datenschutzregeln einer sportmedizinischen Untersuchung und sind im krankenhauseigenen Informationssystem vor Fremdzugriffen geschützt. Die Mobilitätsdaten werden anonymisiert per Tagebuch und GPS Tracking erhoben und über ein Pseudonym mit den Gesundheitsdaten verbunden. Ausgegeben werden ausschließlich aggregierte Kennzahlen, die weder direkte noch indirekte Rückschlüsse auf Einzelpersonen zulassen. Alle anderen Daten, die im Rahmen des Forschungsprojekts verwendet werden, sind öffentlich zugängliche Datensätze.

Wie war es möglich genügend Probandinnen und Probanden zu motivieren?

Dank der kräftigen Unterstützung diverser Kooperationspartner konnte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SALK ein sehr attraktives Angebot bei Studienteilnahme gemacht werden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie erhalten zwei umfangreiche sportmedizinische Untersuchungen am Beginn und Ende der Studienlaufzeit. Je nach zugeloster Gruppenzugehörigkeit werden die Probandinnen und Probanden mit hochwertigen Incentives zur dauerhaften Teilnahme an der Studie motiviert: Zeitkarten für den öffentlichen Verkehr, Regenbekleidung, GPS-fähige Fitnessuhren, Fahrrad-Reperaturgutscheine, Massagebälle, Handyhalterungen und mehr.

Was sind die nächsten Schritte im Projekt?

Bewertung der Radverkehrsinfrastruktur („Bikeability“) – der Ausschnitt zeigt den Salzburger Zentralraum auf österreichischer Seite. (Bildrechte: Z_GIS)

Während der Laufzeit der klinischen Studie konzipieren Wissenschaftler des Researchstudios iSPACE gemeinsam mit Kollegen des Interfakultären Fachbereichs Geoinformatik – Z_GIS der Uni Salzburg räumliche Modelle, die später mit den Daten aus der Studie verbunden werden. Diese räumlichen Modelle dienen einerseits dazu, das Umfeld des Wohnorts und des Arbeitsplatzes (jeweils beliebige Adresspunkte) hinsichtlich der Eignung für verschiedene Mobilitätsformen zu untersuchen, und andererseits Routenempfehlungen für den Arbeitsweg mit Bezugnahme auf zu erwartende gesundheitliche Effekte zu generieren. Bei der Umfeldanalyse werden beispielsweise die Attraktivität des Wegenetzes für Fußgänger, die Qualität der Radverkehrsinfrastruktur oder die Distanz zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrs festgestellt. Diese Information fließt auch in die Routenoptimierung ein, bei der zudem Aspekte wie Abfahrtsintervalle, Steigung und maximal zumutbare Distanzen mit berücksichtigt werden.
Diese räumlichen Elemente werden anschließend in einer Informationsplattform, die gemeinsam mit den Firmen TraffiCon und Herry Consult entwickelt wird, zusammengeführt. Hier sollen alle relevanten Informationen intuitiv zusammengeführt werden, um Mobilitätsmanager, Betriebe und Pendler bestmöglich mit Evidenzgrundlagen versorgen zu können.

 

Unterwegs mit dem Lastenrad

Bei einem Forschungsprojekt zu nachhaltiger, gesunder Mobilität gilt es natürlich, mit gutem Vorbild voran zu gehen. Deshalb nutzen wir das Lastenrad der Universität Salzburg zum Transport von sperrigem Material. So wie heute, als einige der Incentives, die auf unsere ProbandInnen warteten, durch die Stadt transportiert werden mussten.

Martin vom Z_GIS hat seine Fahrt aufgezeichnet und unterwegs fotografiert (klicken Sie auf das Bild um die Storymap zu öffnen):

storymap

 

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Positives Ethikvotum

Im Rahmen des Forschungsprojekts GISMO werden ProbandInnen sportmedizinisch untersucht, um den gesundheitlichen Effekt aktiver Mobilität am Arbeitsweg quantifizieren zu können. Außerdem sind die ProbandInnen dazu angehalten, während der Studienlaufzeit von einem Jahr ihre Pendelmobilität zu dokumentieren. Beide Datenerhebungen haben ethische Implikationen, weshalb vor der Implementation der Studie das Votum der zuständigen Ethikkommission eingeholt werden musste.

Der Ethikkommision der Universität Salzburg wurde Anfang Dezember 2016 das detaillierte Untersuchungsdesign vorgelegt. Mitte Jänner kam nun der positive Bescheid, der es möglich macht, ProbandInnen unter den MitarbeiterInnen der SALK zu rekrutieren und mit den Eingangsuntersuchungen zu beginnen.

Nachdem das Votum der Ethikkommission von den Reviewern des Forschungsantrags als riskantes Element in unserem Vorhaben identifiziert wurde, freuen wir uns, dass diese Hürde erfolgreich gemeistert werden konnte!
Die Implementation (klinischer) Studien und die Konsultation einer Ethikkommission sind noch nicht zum Standard in der Mobilitätsforschung geworden. Anders verhält es sich in der Medizin, wo klinische Studien dieser Art längst etabliert sind. Durch die Zusammenarbeit mit dem Universitätsinstitut für präventive und rehabilitative Sportmedizin der SALK und dem Herzzentrum des Universitätsspitals Zürich, konnte bei der Erstellung des Ethikantrags auf umfassendes, diesbezügliches Know-How zurückgegriffen werden.

Ein vereinfachtes Schema des Untersuchungsdesigns zeigt wie die Studie ablaufen wird (Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern):

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Wenn Sie Interesse an den Ergebnissen der Studie haben, können Sie sich gerne melden bzw. schauen Sie einfach immer wieder einmal auf unserer Webseite vorbei. Wenn Sie als Unternehmen Incentives für die StudienteilnehmerInnen bereitstellen können, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme; es besteht die Möglichkeit des Sponsorings!

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